Zuschüsse zur privaten Zusatzkrankenversicherung als Sachlohn

Bezuschusst der Arbeitgeber Beiträge seines Arbeitnehmers zu einer privaten Zusatzkrankenversicherung, kann es sich um begünstigten Sachlohn handeln. Voraussetzung: Der Arbeitnehmer kann die Zahlungen nur beanspruchen, wenn er eine Zusatzkrankenversicherung abgeschlossen hat und der Zuschuss die von ihm gezahlten Beiträge nicht übersteigt.


 
Solche Bezüge bleiben außer Ansatz, wenn sie die monatliche Grenze von 44 EUR (gilt für alle Sachbezüge) nicht überschritten haben. So lautet ein Urteil des Finanzgerichts Mecklenburg-Vorpommern.

 
Es kommt grundsätzlich nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer selbst Vertragspartner des Dritten geworden ist oder der Arbeitgeber die Sachleistung beim Dritten bezieht. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs handelt es sich in beiden Fällen um Sachlohn, wenn der Arbeitnehmer wegen seines Arbeitsvertrags ausschließlich Versicherungsschutz verlangen kann.

 
Diese Ansicht ist jedoch umstritten. So sollen nach der Verwaltungssicht Beiträge zur Zukunftssicherung als Barlohn qualifiziert werden können, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer – wirtschaftlich betrachtet – die Beiträge für die Zukunftssicherung zur Verfügung stellt. Ob sich die bürgerfreundlichere Meinung des Finanzgerichts im Revisionsverfahren durchsetzen wird, bleibt vorerst abzuwarten.

 
Quelle: FG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom16.3.2017, Az. 1 K 215/16; Rev. BFH, Az. VI R 16/17,
unter www.iww.de, Abruf-Nr. 194370; BFH-Urteil vom 14.4.2011, Az. VI R 24/10; BMF-Schreiben vom 10.10.2013, Az. IV C 5 – S 2334/13/10001

 

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